Früchte unseres Handelns

Eurosatory 2010

Mahnwache vor der Waffenmesse Eurosatory

Wenn ich über die Friedensarbeit nachdenke, welche die Quäker in den letzten Jahrzehnten im Nahen Osten, auf Sri Lanka, im Kaukasus und anderswo leisteten, und deren Mangel an Erfolg, stellt sich mir die Frage, ob es die Anstrengung wert war. Was haben wir erreicht? Warum konnten wir keine größeren Veränderungen bewirken? Wir können wohl nur das tun, was unsere Fähigkeiten und unser inneres Licht ermöglichen. Das Ergebnis, ob positiv oder negativ, steht nicht in unserer Hand.

In meiner Friedensarbeit war es mir wichtig, keine festen Erwartungen zu haben und nicht mit Lob und Anerkennung zu rechnen. Vielmehr wollte ich die anstehenden Aufgaben mit innerer Zustimmung angehen, oder wie Woolman sagte, mit der Liebe als erstem Beweggrund. Wir können nicht wissen, welche Auswirkungen unsere Arbeit hat. Sind sie positiv, so ist das nicht unser Verdienst, denn sie kommen aus jener Quelle, aus der auch unsere Liebe und unser Mitgefühl kommen. Das gleiche gilt für unsere Misserfolge: Wir sind nur für die Art und Weise verantwortlich, wie wir eine Aufgabe ausführen. Und wenn wir dabei wahrhaftig gegenwärtig waren, liegt das Ergebnis nicht mehr in unserer Verantwortung. Die Früchte unseres Handelns liegen in der Art und Weise, wie wir leben und wie wir das Leben anderer berühren.

aus dem Buch “Breakthrough to Unity: The Quaker Way held within the mystic traditions“ von Roswitha Jarman