Archiv für den Autor: Berliner Quäker

Über Berliner Quäker

Berliner Gruppe der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker) / Berlin Monthly Meeting of the Religious Society of Friends (Quakers)

Unser Alltag mit Meister Eckhart

Eindrücke vom Meister-Eckhart Seminar in Erfurt, 16.-18. Mai 2014

Alt_und_Neu

Thematische Stadtführung: Welche Gebäude sah bereits Meister Eckhart?

Was ist es doch für ein Glück, dass wir mit Ursula eine so versierte Meister-Eckhart-Freundin haben! Zusammen mit Roswitha Jarman aus York lud sie nun zum dritten Mal zu einem Seminar über diesen außerordentlich um- und weitsichtigen Mystiker ein. Eine gute Mischung aus ihrer beider Orts- und Sachkenntnis sowie außerordentlicher Gelassenheit in allen Dingen der Organisation haben dem Wochenende, obwohl es gespickt war mit Angeboten, den ruhig-nachdenklichen Charakter gegeben, der dem Inhalt angemessen war. Großen Dank haben sie dafür von den 26 Freunden, Freundinnen und Interessierten bekommen, die daran teilnehmen konnten. Weiterlesen

Wenn es ein größeres Wunder als das Meer gibt …

08_altocumuluslenticularis

Altocumulus lenticularis während des Stille-Retreats in Imshausen

… dann ist es der Himmel. Bezeichnungen wie Cumulus-Wolken oder Cirren sind jedem ein Begriff, aber woher stammen diese Worte? Sie gehen auf den englischen Quäker Luke Howard (1772 – 1864) zurück. 1803 veröffentlichte er in seiner Schrift „Über die Veränderungen der Wolken“ eine Systematik der Wolkenformen. Nach ihr werden die Wolken analog zur Pflanzen- oder Tierwelt in Familien, Gattungen, Arten und Unterarten eingeteilt und zur besseren internationalen Verständigung lateinisch benannt.

Damals wurde diese Systematik mit großer Einhelligkeit in der Fachwelt begrüßt. In Deutschland sorgte Weiterlesen

Von der Freude, als Quäker zu leben

Ben_Pink_Dandelion

Ben Pink Dandelion, Bild: woodbrooke.org.uk

Wer über das Quäkertum schreibt, beginnt oft mit einer Liste der Dinge, die die Quäker nicht haben oder nicht praktizieren. Nicht so der britische Quäker Ben Pink Dandelion. In seinem kleinen Heftchen „Von der Freude, als Quäker zu leben“ berichtet er vor allem über das, was ihm sein Quäker-Glaube gibt: Gemeinschaft, Freude und Kraft.

„Ich fühle, dass ich mich von den Menschen um mich herum unterscheide, und mein Glaube drängt mich, ein anderes Leben zu leben, als es mir von der säkularen Welt vorgeschrieben wird. Während ich die Straße entlang gehe, den Bus oder den Zug nehme, fahre, esse, rede oder einkaufe, folge ich nicht den gesellschaftlichen, sondern den alternativen Normen – die sich aus dreieinhalb Jahrhunderten der Quäker-Wahrnehmung geformt haben – was von uns als Volk Gottes gefordert wird. Ich fühle mich von meinem Glauben umhüllt“, so schreibt Ben Pink Dandelion am Anfang seines lebendigen und sehr persönlichen Berichts über seine Erfahrungen mit dem Quäkersein.  Der Text wurde ins Deutsche übersetzt und vor einiger Zeit in der Zeitschrift „Quäker“ veröffentlicht.

Der vollständige Text „Von der Freude, als Quäker zu leben“ kann hier (PDF) nachgelesen werden. Ben Pink Dandelion lehrt am Woodbrooke Quaker Study Centre in Birmingham, Großbritannien.

Quäker-Protest gegen Waffenhandel

Quäker-Protest 2010

Quäker-Protest 2010, Bild: QCEA

Heute beginnt in Paris die Eurosatory, eine der größten Messen für Waffen und Militärtechnologie. Militär- und Sicherheitsexperten, hochrangige Beamte und das Führungspersonal der Rüstungs- und Sicherheitsindustrie kommen für vier Tage zusammen, um sich über Neuerungen auf dem Waffenmarkt und über das Thema Rohstoffbeschaffung auszutauschen.

Wie bereits in den vergangenen Jahren werden auch diesmal wieder Quäker aus mehreren europäischen Ländern vor Ort sein, um gegen Krieg und Waffenhandel zu protestieren. Auch eine Gruppe deutscher Quäker reist dazu nach Paris. Die Quäker sind Teil eines Netzwerks, dass mit friedlichen Protestaktionen fordert, dass solche Waffen-Werbeschauen künftig nicht mehr stattfinden. Die Eurosatory-Messe endet am kommenden Freitag. Sie findet alle zwei Jahre statt.

Eine frühe Vision von einem friedlichen Europa

Geschuetz

Relikte der Kriege in Europa

Ende Mai wurde das Europäische Parlament neu gewählt. Künftig werden mehr politische Parteien in diesem Parlament vertreten sein, die die Europäische Union kritisch sehen oder ablehnen. Die Idee eines politisch vereinigten Europas ist älter, als weithin bekannt ist. In einem Artikel für ZEIT online beschreibt Florian Gasser frühe Utopien und konkrete Pläne, die bereits seit dem 15. Jahrhundert die Vision eines geeinten Europas zeichnen.

Einer dieser frühen Visionäre war der Quäker William Penn. Im Jahr 1693 veröffentlichte er seinen Friedensplan für Europa, in dem er sich für eine europäische föderale Verfassung aussprach. Er schlug vor, eine Versammlung der Herrschenden einzurichten, die Streit schlichten und so den Frieden in Europa sichern sollte. Russland und die Türkei sah er schon damals als Teil von Europa und wollte sie daher in dieses Friedenssystem mit einbeziehen.

William Penn (1644-1718) hatte zuvor in Amerika die Kolonie Pennsylvania gegründet und dort ein „Heiliges Experiment“, den Aufbau eines liberalen Gemeinwesen basierend auf Religionsfreiheit gewagt.

Den Artikel von Florian Gasser lesen auf zeit.de

Aktuelle Informationen über die Quäker-Vision eines geeinten Europas finden sich auf den Seiten des Quaker Council for European Affairs (QCEA)

Grenzerfahrungen – Bezirksversammlung im Mai 2014

Brockenblick

Blick von Wernigerode zum Brocken

63 Teilnehmer aus den Bezirken Nordwest und Ost waren in diesem Jahr nach Wernigerode gekommen, darunter 15 Kinder und Jugendliche. Nach einer kurzen Einführung in das Thema „Grenzen und was sie für uns bedeuten“ kamen wir am Freitagabend gleich ins Gespräch: Aus zahlreichen Fotos mit Grenzmotiven konnte sich jeder eins auswählen. In kleinen Gruppen wurden Überlegungen und Gedanken ausgetauscht, die uns bei der Betrachtung dieser sehr unterschiedlichen Bilder in den Sinn kamen. Es gibt eine so große Vielfalt an Grenzen! Natürliche Grenzen – vom Menschen wenig beeinflussbar, Glaubensgrenzen, ideologische Grenzen, Gesetze, geistige und körperliche Grenzen, kurzum: Weiterlesen

Im Sein sein 2014

Vor dem Visser ‘t Hooft Haus

Stiftung Adam von Trott

Unser nächstes Stille-Retreat „Im Sein sein“ wird vom 3. bis 8. Juli 2014 in Imshausen bei Bebra stattfinden. Wie in den vergangen Jahren werden wir im Visser ‘t Hooft Haus der Stiftung Adam von Trott wohnen und auch gemeinsam kochen. Neben der täglichen Andacht wird viel Raum sein zum Schweigen, zum Lesen, Schreiben, Wandern, Malen, …
Es sind alle herzlich eingeladen, die sich nach einer ausgedehnten Stille in guter Gemeinschaft sehnen.

Hier gibt es einen Rückblick auf das Stille-Retreat 2013 und die Einladung als PDF-Datei.

In 30 Minuten einmal um die Welt

Friends School Hobart

Friends school in Hobart
Foto: Petra Aldenrath

„Gott und die Welt“ – in dieser Reihe sendet das Kulturradio des RBB am Donnerstag, 29. Mai 2014, einen Beitrag über die Quäker. Die Journalistin Petra Aldenrath hat dafür Quäker im australischen Tasmanien besucht. Sie berichtet beispielsweise von Sally, die mit fünf Kindern und zwei verwaisten Kängurubabys in Hobart lebt und Langeweile nicht kennt. Sie berichtet aber auch vom Leben der kleinen Quäker-Gemeinschaft in Berlin und Deutschland. Dazu hat Petra Aldenrath vor einiger Zeit zwei Quäkerinnen aus Berlin getroffen und interviewt. Die Sendung beginnt um 9 Uhr. Sie dauert knapp 30 Minuten und bietet eine interessante Reise einmal um die Welt: von Tasmanien nach Berlin.

Mehr Informationen zur dieser Radiosendung auf kulturradio.de

Mutter-Christus

Nach der AndachtEnglish Es ist kein Zufall, dass Frauen Jahrhunderte hindurch im Mittelpunkt der christlichen Religion standen. Um den göttlichen Willen zu jener besonderen Zeit und in jenem besonderen Ort zu erfüllen, wurde Jesus als Sohn Josefs geboren, doch als er aus der Zeit in die Unendlichkeit eintrat, wurde Geschlechtlichkeit überwunden. Würden wir nicht gewinnen, wenn das männliche Bild des allmächtigen Herren in unserer Vorstellung ersetzt würde durch ein Bild, das Julians Vision näher käme von der Mutter-Christus, des zweifachen Symbols des Mysteriums der schöpferischen Liebe?

Katharine Moore, 1978, aus dem Buch „Quäker Glaube & Wirken“

Mother-Christ

Nach der AndachtIt is not an accident that throughout the centuries women have provided the core of Christian worship. Although, in order to fulfil the Divine Will at that particular place and time, Jesus was born as the son of Joseph, when he passed out of time into eternity surely sex was transcended. Might we not gain also if the male image of the Lord Almighty were replaced in our imagination by a conception more in line with Julian’s vision of the Mother-Christ, the dual emblem of the mystery of creative love?

Katharine Moore, 1978, Quaker Faith & Pracitce