Die Quäker

Quäkerhaus Bad Pyrmont

Wer sind die Quäker?

Die Quäker glauben, dass jeder Mensch unmittelbaren Zugang zu Gott haben kann und dass etwas von Gott in jedem Menschen gegenwärtig ist.

Unsere kleine Gemeinschaft hat weder Priester noch Rituale. Wir wollen unserem Glauben im täglichen Leben Ausdruck geben, anstatt in Liturgien und Glaubensbekenntnissen. Daher fühlen wir uns den Zeugnissen der Einfachheit, der Wahrhaftigkeit, der Gleichheit und des Friedens verpflichtet.

Die Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker) entstand vor über 350 Jahren in England. In Deutschland gründeten sich im 17. Jahrhundert erste Quäkergemeinden. Im 18. und 19. Jahrhundert gab es nahe dem niedersächsischen Bad Pyrmont eine Quäker-Siedlung namens Friedensthal. Heute besteht in Bad Pyrmont noch das ursprünglich im Jahr 1800 errichtete einzige Quäker-Andachtshaus in Deutschland.

In Deutschland und Österreich leben heute rund 260 Quäker, davon 25 in Berlin. Das Leben in den kleinen Quäkergruppen wird maßgeblich von „Freunden der Freunde“ unterstützt, Menschen, die nicht Mitglied der Religiösen Gesellschaft der Freunde sind, aber aktiv mitarbeiten.

Berliner Quäker

Die Berliner Quäkergruppe wurde im Jahr 1920 gegründet. Seit 1925 trifft sie sich im Quäkerbüro in der heutigen Planckstraße 20 in Berlin-Mitte zu ihren Andachten und Versammlungen. Ab 1925 bestand dort außerdem ein internationales Quäkersekretariat, welches in der Zeit des Nationalsozialismus die Ausreise zahlreicher politisch und rassisch Verfolgter aus Deutschland organisierte.

Während der deutschen Teilung war die Planckstraße 20 Zentrum der Ostberliner Quäkergruppe und der Jahresversammlung in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Die West-Berliner Quäker trafen sich im Nachbarschaftsheim Mittelhof in Berlin-Zehlendorf.

Seit 1991 ist die Planckstraße 20 das Zentrum der wiedervereinigten Berliner Quäker sowie Geschäftsstelle der Deutschen Jahresversammlung der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker). Außerdem befindet sich hier eine kleine Bibliothek mit alter und neuer Quäkerliteratur.

Die Berliner Quäker arbeiten mit in der Arbeitsgemeinschaft der Kirchen und Religionsgemeinschaften in Berlin. Außerdem sind sie aktiv im Förderkreis „Raum der Stille“ im Brandenburger Tor in Berlin.


Mehr Informationen über die Quäker: www.quaeker.org


Ein kurzer historischer Abriß in einem Beitrag vom November 2012: Kinder ihrer Zeit


Antworten auf häufig gestellte Fragen in acht kurzen Videos: hier


Zwei Quäker in Deutschland – aus einer MDR-Reportage vom März 2011:


Zum Lesen oder Bestellen

Ratschläge und Fragen (2007)
28 Seiten (ein kurz gefasster Ausdruck des Glaubens und Handelns der Quäker) – hier im PDF-Format laden

Quäker – Glaube und Wirken (2010)
468 Seiten, ISBN 978-3-929696-44-8 (das Handbuch der Quäker, übersetzt aus dem Englischen – die englischsprachige Version der Britischen Quäker gibt es hier), die deutschsprachige Ausgabe kann zum Preis von € 25.- beim Quäkerhaus Bad Pyrmont bestellt werden

Lasst euer Leben sprechen – Quäker-Friedenszeugnisse in unserer Zeit (2010)
128 Seiten, herausgegeben von Helga und Konrad Tempel – hier im PDF-Format laden

Zeitschrift „Quäker“
Seit 1927 geben die deutschen Quäker die Zeitschrift „Quäker“ heraus. Derzeit erscheinen sieben Hefte pro Jahr. Ein Probeheft kann kostenlos angefordert werden. Ein Abonnement kostet € 40,- pro Jahr (ermäßigt € 15,-). Mehr Informationen gibt es im Quäkerbüro, Planckstraße 20, 10117 Berlin, Telefon 030-2082284, Fax 030-20458142, Mail berlin[a]quaeker.org