Neuer Gesprächskreis!

Bibliothek

Bibliothek im Quäkerbüro Berlin

Um als Gruppe zu wachsen, brauchen wir beides: Stille und Austausch. Deswegen wollen wir einen neuen Gesprächskreis ins Leben rufen, zu dessen erstem Treffen am 6. November um 19 Uhr in der Planckstraße 20 ihr alle, ob jung oder alt, ganz neu oder schon lange dabei, herzlich eingeladen seid.

An zwei Abenden im Monat (immer am ersten und am dritten Donnerstag) wollen wir gemeinsam die Vielfalt der Lebensweisen, Gedanken und spirituellen Erfahrungen, die das Quäkertum gestern und heute ausmachen, erkunden. Glauben und Wirken, das sogenannte ‚Grüne Buch‘, wird uns dabei als Leitfaden dienen. Wir werden am 6. November mit dem zweiten Kapitel ‚Wege zu Gott – Andacht und Gebet‘ beginnen und von da aus gemächlich weiterlesen.

Im Quäkerbüro können wir mehrere Exemplare von Glauben und Wirken zur Verfügung stellen; wer ein eigenes Grünes Buch zu Hause hat, kann das gerne mitbringen. Wir freuen uns darauf, das Quäkertum zusammen mit euch immer weiter zu entdecken!

Kontakt: gespraechskreis[a]quaeker-berlin.de

Quäker-Familienwoche in Hirschluch, 2.-9. August 2014

Familienfreizeit 2014Was scheint mir wichtig an dieser Woche, an der ich zum sechsten Mal teilnahm? Sie bietet vor allem Familien mit Kindern die Möglichkeit, eine Woche zusammen zu sein, auch einigen Jugendlichen ohne Eltern und ganz wenigen Großeltern. Und das in wunderbarer bewaldeter Umgebung, mit einem Teich unterhalb der Häuser und einem zwei Kilometer entfernten Badesee.

George Fox, Leo Tolstoi, Mahatma Gandhi, William Penn und die Sklavenbefreiung waren u. a. frühere Themen. Diesmal ging es um altes Handwerk. Und wie immer wurde die ganze Woche daran gearbeitet. Genial der Gedanke, am Ende anhand des Märchens „Tischlein deck dich“ alle Tätigkeiten vorzuführen. Zahlreiche Kinder einer armen Familie wurden dort jeweils zur Ausbildung ‚vermittelt‘. Weiterlesen

Von der Langen Nacht der Religionen

LangeNachtdReligionen_120901 (10)Ein kleineres Grüppchen Besucherinnen und Besucher als in den Vorjahren war es, das im Rahmen der dritten Langen Nacht der Religionen am 6. September zu uns in die Planckstraße gekommen ist. Da aber Freundinnen und Freunde es gewohnt sind, sich im eher kleinen Kreis zusammenzufinden und gerade diese Art der Begegnung zu intensivem Austausch untereinander zu nutzen wissen, fanden auch an diesem Abend viele lange, ausführliche Gespräche statt, die das große, oftmals bereits sehr fundierte Interesse, mit dem viele der Besucherinnen und Besucher zu uns kamen, spiegelten.

Besonders bereichernd war es dabei für uns, nicht nur als Gebende, Informierende, sondern – ganz im Quäker-Sinne – auch als Suchende, Fragende anderen Menschen zu begegnen und von ihnen etwas über ihren spirituellen Weg zu erfahren. So konnten wir, dem Konzept der Langen Nacht als Begegnungsraum der Religionen entsprechend, gemeinsam neue Möglichkeiten des Verschiedenseins und Gleichseins entdecken.

A Door Into Ocean

Buchcover A Door Into Ocean

Wie sähe eine Gesellschaft aus, in der die wesentlichen Anliegen der Quäker – Ehrlichkeit, Friedfertigkeit, Einfachheit und Gleichheit – allgemein geteilt würden? Ließe sich das wirklich konsequent durchhalten? Wäre das Leben leichter? Wo sind die Grenzen?

Die amerikanische Mikrobiologin und Quäkerin Joan Slonczewski hat dieses Gedankenexperiment tief ausgelotet. In ihrem Buch „A Door Into Ocean“ beschreibt sie zwei fiktive, umeinander kreisende Planeten. Der Planet Valedon ist der Erde nicht unähnlich: autoritär regiert, mit enormen technischen Möglichkeiten und einer drastischen Kluft zwischen Arm und Reich.

Der Planet Shora hingegen ist vollständig von Wasser bedeckt. Die Bewohner, sie sind ausschließlich Frauen und nennen sich Sharer, leben auf schwimmenden Inseln. Alle sind gleichberechtigt, wichtige Entscheidungen werden nach Quäkerart einmütig gefällt, hochentwickeltes gentechnisches Können reguliert das Ökosystem. Das Bewußtsein der allgemeinen Vernetzung spiegelt sich auch in der Sprache der Sharer wieder, die keine Subjekt-Objekt-Unterscheidung kennt. Schwimmt beispielsweise jemand im Meer, „schwimmt“ das Meer auch ihn. Shora ist eine Welt, in der die Ideale einer nichthierarchischen Regierung, der Chancengleichheit der Menschen und einer ethisch orientierten Wissenschaft weitgehend realisiert sind. Freilich verläuft auch auf Shora das Leben nicht ohne Konflikte. Weiterlesen

Herzliche Einladung zum Abend der offenen Tür

LNDR_2014Am Samstag, den 6. September ist es wieder soweit: Zum dritten Mal laden die Berliner Quäker alle Interessierten zu einem Abend der offenen Tür in unsere Räume in der Planckstraße 20 in Berlin-Mitte herzlich ein. Auch in diesem Jahr können sich Besucherinnen und Besucher in einer Ausstellung und in persönlichen Gesprächen über die Quäker informieren. Daneben wird es Zeiten der gemeinsamen Stille geben. Die Türen sind von 18.00 bis 23.00 Uhr geöffnet. Wir freuen uns auf Sie!

Mehr Informationen über den Programmbeitrag der Quäker finden Sie auch auf lndr.de . Dort gibt es zudem eine Übersicht aller religiösen Gemeinschaften, die in diesem Jahr an der Langen Nacht der Religionen teilnehmen werden. Berichte zu den vorangegenenen Abenden der offenen Tür bei den Berliner Quäkern können Sie hier (2012) und hier (2013) nachlesen.

Gedanken vom Stille-Retreat, 3. bis 8. Juli 2014

Stille-Gruppe_2014

Stille-Retreat in Imshausen 2014

Uwe schreibt: Ich bin wieder in Imshausen zum Retreat eingetroffen. Vieles ist vertraut von den letzten Jahren. Neun Ruhesuchende sind gekommen, einige waren schon öfter dabei, andere nehmen zum ersten Mal teil. Viele kennen sich mehr oder weniger, der eine oder andere lernt jemanden neues kennen.

Nach dem Donnerstagabend, bei dem wir uns einander vorstellen und versuchen, unsere Erwartungen an diese Zeit zu formulieren, verbringen wir die Zeit ab Freitagmorgen nach der Andacht überwiegend schweigend. Zusätzlich zu den gemeinsamen Mahlzeiten treffen wir uns Weiterlesen

Unser Alltag mit Meister Eckhart

Eindrücke vom Meister-Eckhart Seminar in Erfurt, 16.-18. Mai 2014

Alt_und_Neu

Thematische Stadtführung: Welche Gebäude sah bereits Meister Eckhart?

Was ist es doch für ein Glück, dass wir mit Ursula eine so versierte Meister-Eckhart-Freundin haben! Zusammen mit Roswitha Jarman aus York lud sie nun zum dritten Mal zu einem Seminar über diesen außerordentlich um- und weitsichtigen Mystiker ein. Eine gute Mischung aus ihrer beider Orts- und Sachkenntnis sowie außerordentlicher Gelassenheit in allen Dingen der Organisation haben dem Wochenende, obwohl es gespickt war mit Angeboten, den ruhig-nachdenklichen Charakter gegeben, der dem Inhalt angemessen war. Großen Dank haben sie dafür von den 26 Freunden, Freundinnen und Interessierten bekommen, die daran teilnehmen konnten. Weiterlesen

Wenn es ein größeres Wunder als das Meer gibt …

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Altocumulus lenticularis während des Stille-Retreats in Imshausen

… dann ist es der Himmel. Bezeichnungen wie Cumulus-Wolken oder Cirren sind jedem ein Begriff, aber woher stammen diese Worte? Sie gehen auf den englischen Quäker Luke Howard (1772 – 1864) zurück. 1803 veröffentlichte er in seiner Schrift „Über die Veränderungen der Wolken“ eine Systematik der Wolkenformen. Nach ihr werden die Wolken analog zur Pflanzen- oder Tierwelt in Familien, Gattungen, Arten und Unterarten eingeteilt und zur besseren internationalen Verständigung lateinisch benannt.

Damals wurde diese Systematik mit großer Einhelligkeit in der Fachwelt begrüßt. In Deutschland sorgte Weiterlesen

Von der Freude, als Quäker zu leben

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Ben Pink Dandelion, Bild: woodbrooke.org.uk

Wer über das Quäkertum schreibt, beginnt oft mit einer Liste der Dinge, die die Quäker nicht haben oder nicht praktizieren. Nicht so der britische Quäker Ben Pink Dandelion. In seinem kleinen Heftchen „Von der Freude, als Quäker zu leben“ berichtet er vor allem über das, was ihm sein Quäker-Glaube gibt: Gemeinschaft, Freude und Kraft.

„Ich fühle, dass ich mich von den Menschen um mich herum unterscheide, und mein Glaube drängt mich, ein anderes Leben zu leben, als es mir von der säkularen Welt vorgeschrieben wird. Während ich die Straße entlang gehe, den Bus oder den Zug nehme, fahre, esse, rede oder einkaufe, folge ich nicht den gesellschaftlichen, sondern den alternativen Normen – die sich aus dreieinhalb Jahrhunderten der Quäker-Wahrnehmung geformt haben – was von uns als Volk Gottes gefordert wird. Ich fühle mich von meinem Glauben umhüllt“, so schreibt Ben Pink Dandelion am Anfang seines lebendigen und sehr persönlichen Berichts über seine Erfahrungen mit dem Quäkersein.  Der Text wurde ins Deutsche übersetzt und vor einiger Zeit in der Zeitschrift „Quäker“ veröffentlicht.

Der vollständige Text „Von der Freude, als Quäker zu leben“ kann hier (PDF) nachgelesen werden. Ben Pink Dandelion lehrt am Woodbrooke Quaker Study Centre in Birmingham, Großbritannien.

Quäker-Protest gegen Waffenhandel

Quäker-Protest 2010

Quäker-Protest 2010, Bild: QCEA

Heute beginnt in Paris die Eurosatory, eine der größten Messen für Waffen und Militärtechnologie. Militär- und Sicherheitsexperten, hochrangige Beamte und das Führungspersonal der Rüstungs- und Sicherheitsindustrie kommen für vier Tage zusammen, um sich über Neuerungen auf dem Waffenmarkt und über das Thema Rohstoffbeschaffung auszutauschen.

Wie bereits in den vergangenen Jahren werden auch diesmal wieder Quäker aus mehreren europäischen Ländern vor Ort sein, um gegen Krieg und Waffenhandel zu protestieren. Auch eine Gruppe deutscher Quäker reist dazu nach Paris. Die Quäker sind Teil eines Netzwerks, dass mit friedlichen Protestaktionen fordert, dass solche Waffen-Werbeschauen künftig nicht mehr stattfinden. Die Eurosatory-Messe endet am kommenden Freitag. Sie findet alle zwei Jahre statt.