Quäker-Protest gegen Waffenhandel

Quäker-Protest 2010

Quäker-Protest 2010, Bild: QCEA

Heute beginnt in Paris die Eurosatory, eine der größten Messen für Waffen und Militärtechnologie. Militär- und Sicherheitsexperten, hochrangige Beamte und das Führungspersonal der Rüstungs- und Sicherheitsindustrie kommen für vier Tage zusammen, um sich über Neuerungen auf dem Waffenmarkt und über das Thema Rohstoffbeschaffung auszutauschen.

Wie bereits in den vergangenen Jahren werden auch diesmal wieder Quäker aus mehreren europäischen Ländern vor Ort sein, um gegen Krieg und Waffenhandel zu protestieren. Auch eine Gruppe deutscher Quäker reist dazu nach Paris. Die Quäker sind Teil eines Netzwerks, dass mit friedlichen Protestaktionen fordert, dass solche Waffen-Werbeschauen künftig nicht mehr stattfinden. Die Eurosatory-Messe endet am kommenden Freitag. Sie findet alle zwei Jahre statt.

Eine frühe Vision von einem friedlichen Europa

Geschuetz

Relikte der Kriege in Europa

Ende Mai wurde das Europäische Parlament neu gewählt. Künftig werden mehr politische Parteien in diesem Parlament vertreten sein, die die Europäische Union kritisch sehen oder ablehnen. Die Idee eines politisch vereinigten Europas ist älter, als weithin bekannt ist. In einem Artikel für ZEIT online beschreibt Florian Gasser frühe Utopien und konkrete Pläne, die bereits seit dem 15. Jahrhundert die Vision eines geeinten Europas zeichnen.

Einer dieser frühen Visionäre war der Quäker William Penn. Im Jahr 1693 veröffentlichte er seinen Friedensplan für Europa, in dem er sich für eine europäische föderale Verfassung aussprach. Er schlug vor, eine Versammlung der Herrschenden einzurichten, die Streit schlichten und so den Frieden in Europa sichern sollte. Russland und die Türkei sah er schon damals als Teil von Europa und wollte sie daher in dieses Friedenssystem mit einbeziehen.

William Penn (1644-1718) hatte zuvor in Amerika die Kolonie Pennsylvania gegründet und dort ein „Heiliges Experiment“, den Aufbau eines liberalen Gemeinwesen basierend auf Religionsfreiheit gewagt.

Den Artikel von Florian Gasser lesen auf zeit.de

Aktuelle Informationen über die Quäker-Vision eines geeinten Europas finden sich auf den Seiten des Quaker Council for European Affairs (QCEA)

Grenzerfahrungen – Bezirksversammlung im Mai 2014

Brockenblick

Blick von Wernigerode zum Brocken

63 Teilnehmer aus den Bezirken Nordwest und Ost waren in diesem Jahr nach Wernigerode gekommen, darunter 15 Kinder und Jugendliche. Nach einer kurzen Einführung in das Thema „Grenzen und was sie für uns bedeuten“ kamen wir am Freitagabend gleich ins Gespräch: Aus zahlreichen Fotos mit Grenzmotiven konnte sich jeder eins auswählen. In kleinen Gruppen wurden Überlegungen und Gedanken ausgetauscht, die uns bei der Betrachtung dieser sehr unterschiedlichen Bilder in den Sinn kamen. Es gibt eine so große Vielfalt an Grenzen! Natürliche Grenzen – vom Menschen wenig beeinflussbar, Glaubensgrenzen, ideologische Grenzen, Gesetze, geistige und körperliche Grenzen, kurzum: Weiterlesen

Im Sein sein 2014

Vor dem Visser ‘t Hooft Haus

Stiftung Adam von Trott

Unser nächstes Stille-Retreat „Im Sein sein“ wird vom 3. bis 8. Juli 2014 in Imshausen bei Bebra stattfinden. Wie in den vergangen Jahren werden wir im Visser ‘t Hooft Haus der Stiftung Adam von Trott wohnen und auch gemeinsam kochen. Neben der täglichen Andacht wird viel Raum sein zum Schweigen, zum Lesen, Schreiben, Wandern, Malen, …
Es sind alle herzlich eingeladen, die sich nach einer ausgedehnten Stille in guter Gemeinschaft sehnen.

Hier gibt es einen Rückblick auf das Stille-Retreat 2013 und die Einladung als PDF-Datei.

In 30 Minuten einmal um die Welt

Friends School Hobart

Friends school in Hobart
Foto: Petra Aldenrath

„Gott und die Welt“ – in dieser Reihe sendet das Kulturradio des RBB am Donnerstag, 29. Mai 2014, einen Beitrag über die Quäker. Die Journalistin Petra Aldenrath hat dafür Quäker im australischen Tasmanien besucht. Sie berichtet beispielsweise von Sally, die mit fünf Kindern und zwei verwaisten Kängurubabys in Hobart lebt und Langeweile nicht kennt. Sie berichtet aber auch vom Leben der kleinen Quäker-Gemeinschaft in Berlin und Deutschland. Dazu hat Petra Aldenrath vor einiger Zeit zwei Quäkerinnen aus Berlin getroffen und interviewt. Die Sendung beginnt um 9 Uhr. Sie dauert knapp 30 Minuten und bietet eine interessante Reise einmal um die Welt: von Tasmanien nach Berlin.

Mehr Informationen zur dieser Radiosendung auf kulturradio.de

Mutter-Christus

Nach der AndachtEnglish Es ist kein Zufall, dass Frauen Jahrhunderte hindurch im Mittelpunkt der christlichen Religion standen. Um den göttlichen Willen zu jener besonderen Zeit und in jenem besonderen Ort zu erfüllen, wurde Jesus als Sohn Josefs geboren, doch als er aus der Zeit in die Unendlichkeit eintrat, wurde Geschlechtlichkeit überwunden. Würden wir nicht gewinnen, wenn das männliche Bild des allmächtigen Herren in unserer Vorstellung ersetzt würde durch ein Bild, das Julians Vision näher käme von der Mutter-Christus, des zweifachen Symbols des Mysteriums der schöpferischen Liebe?

Katharine Moore, 1978, aus dem Buch „Quäker Glaube & Wirken“

Das Ältestenamt in unserer Gruppe

Daumenkreis

Gesprächsabend am 7. Mai

Es ist Aufgabe der Ältesten in unserer Gemeinschaft, das spirituelle Leben zu begleiten, zu fördern und gleichzeitig seelsorgerische Aufgaben zu übernehmen. Bei unserem nächsten Gesprächsabend wollen wir gemeinsam darüber nachdenken und uns austauschen, wie wir in der gemeinsamen Fürsorge wachsen können und wie sich diese Aufgaben in unserer Gruppe besser verteilen lassen.

Die Ältesten sind in besonderer Weise dazu berufen, mit offenen Augen und Ohren auf die Bedürfnisse in unserer Gemeinschaft zu achten. Aber es ist wichtig, dass sich alle in der Gruppe daran beteiligen, Bedürfnisse wahrzunehmen und daraus entstehende Aufgaben anzugehen. Wie dies gelingen kann, besprechen wir am Mittwoch, 7. Mai 2014. Wir treffen uns um 19 Uhr in unseren Räumen in der Planckstraße 20 in Berlin-Mitte. Wie immer sind Gäste und Interessierte zu diesem Gesprächsabend herzlich willkommen.

Quäker-Schulen mit 325 Jahren Tradition

Bild: The Friends‘ School, Tasmanien

Im englischsprachigen Raum genießen sie einen sehr guten Ruf: die Quäker-Schulen. Sie stehen für Bildung- und Erziehungsarbeit auf Augenhöhe zwischen Schülern und Lehrern. Sie sind offen für Schüler unabhängig von Herkunft, Religion und Geschlecht – und dies mit Tradition.

Die erste Quäker-Schule wurde 1689 vom Quäker und Gründer des heutigen US-Bundesstaats Pennsylvania William Penn errichtet. Bereits sie machte sich diese Offenheit zur Aufgabe. Ihr Ziel war es, den Schülern unabhängig ihrer Herkunft praktische Fähigkeiten zu vermitteln, damit sie eine neue, freie und tolerante Gesellschaft mit aufbauen konnten. Die William Penn Charter School feiert in diesem Jahr ihr 325jähriges Bestehen.

Auch an einem anderen Ende der Welt, in Australien gibt es heute eine lebendige Quäker-Schule. Sie ist die größte ihrer Art weltweit. Am vergangenen Sonntag besuchte eine Klasse von „The Friends‘ School“ in North Hobart, Tasmanien, die Stille Andacht der Berliner Quäker. Weiterlesen

Eine morbide Religion?

krypta1English Schmerzen isolieren einen. Sie durchdringen alles; verdunkeln den Himmel, schieben andere Menschen weg, reduzieren Musik und Dichtung und die Außenwelt zu Dumpfheit; bohren endlos weiter.

Einige sagen, dass das Christentum eine morbide Religion ist, die den am Kreuz gefolterten Christus überbetont. Ich kann nur sagen, dass ich mich selbst als Kind, wenn ich Schmerzen hatte, dadurch trösten konnte, dass ich mich seines Leidens erinnerte (…) Es war Jesus der Mensch, der qualvolle Schmerzen in schrecklicher Einsamkeit durchstand, der zu mir sprach und mir manchmal den so sehr benötigten Trost brachte.

Joan Fitch, 1988, aus dem Buch „Quäker Glaube & Wirken“

Wie wir zusammenleben

Niemand istStilleben perfekt. Das gilt auch für die kleine Gemeinschaft der Quäker. Je weniger äußere Form, umso mehr Raum ist für den inneren Geist, so dachten bereits die frühen Quäker im 17. Jahrhundert. Doch zeigte ihre Erfahrung auch, dass ein wenig äußere Ordnung das Zusammenleben erleichtern kann. Dabei beschränken sich die Quäker traditionell auf das, was ihnen gemeinsam als unbedingt notwendig erscheint.

Für die Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker) in Deutschland und Österreich ist ihre gemeinschaftliche Basis in der „Ordnung des Zusammenlebens“ zusammengefasst. Von A wie Andacht, über M wie Mitgliedschaft bis zu V wie Verantwortung gibt sie einen guten Überblick über die Grundlagen und Strukturen des Gemeinschaftslebens.

Es ist gute Tradition, dieses Dokument in regelmäßigen Abständen zu beraten, zu überarbeiten und schließlich neu zu beschließen. Nur so kann es lebendig bleiben. Ein solcher Prozess dauert meist mehrere Jahre. Zuletzt wurde die „Ordnung des Zusammenlebens“ im Oktober 2012 nach längerer Überarbeitungszeit durch die Mitgliederversammlung einmütig neu verabschiedet.

Die aktuelle Version kann hier als PDF-Datei geladen und nachgelesen werden: „Ordnung des Zusammenlebens“, 2012